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Blick auf Hugsweier mit Kirchturm

Historischer Rundweg Hugsweier Station 9: Hugsweierer Gastwirtschaften

Wirtschaften brauchen Publikumsverkehr. Die Einheimischen allein konnten mit ihren Besuchen ein Auskommen der Wirtsfamilien nicht gewährleisten. Als die Straße nach Straßburg noch durch den Ort führte, profitierten die an der Hauptstraße (Rheinstraße) liegenden Gasthäuser Zur Krone (vorher „Pflug“ genannt), Zum Ochsen und Zum Löwen. Die Straßenverlegung nach außen, aber auch der Abzug der Kanadier im Jahr 1994 untergruben die Existenz der Hugsweierer Gastwirtschaften.

Café Edelweiß

Café Edelweiß, Foto Alfred Arbandt
Café Edelweiß
Quelle: Alfred Arbandt

Mit der Schließung des Café Edelweiß, das sich seit 1976 an der Kreuzung „Am Schulgarten“ und „Hugsweierer Hauptstraße“ befand, ist eine lange Tradition Hugsweierer Gasthäuser zu Ende gegangen. Während der Präsenz der kanadischen Streitkräfte war der Mittagstisch des Lokals bei den Flugplatzbeschäftigten sehr gefragt gewesen. An der nördlichen Seite des Gebäudes befanden sich zwei vollautomatisierte Kegelbahnen.

Ochsen

Der „Ochsen“ war vielleicht das älteste Gasthaus Hugsweiers. Der früheste, 1696 im Hugsweierer Kirchenbuch verzeichnete Wirt, ist Hans Hurst. Der spätere Ochsenwirt, zumeist ein Familienglied der Sütterlins, betrieb zugleich eine Metzgerei. Gegenüber „Pflug“ und „Löwen“ unterschied er sich durch eher bescheidene Vermögensverhältnisse. Am 21. April 1854 kaufte der benachbarte Löwenwirt Wilhelm Henninger für 800 Gulden den „Ochsen“. Die Konzession kam daraufhin zum Erliegen.

Im Ort sagte man: Dr Löb het dr Ochs gfresse,

Löwen

Gasthaus Löwen
Löwen 1899
Quelle: Sammlung Hugsweier / Dr. Walter Caroli

Die Konzession für das Wirtshaus Zum Löwen erteilte die nassaische Herrschaft im Jahr 1790. Ab 1804 besaß das Haus das Stubenrecht, das bedeutete, dass die wichtigen Veranstaltungen im Ort wie Gemeindeversammlungen, Versteigerungen und Weinverkäufe nur hier stattfinden konnten.

Szenerie im Löwen

Szenerie im Gasthaus Löwen
Szenerie im Löwen
Quelle: Sammlung Hugsweier / Dr. Walter Caroli

Bis in die 1970er-Jahre war der Saal im oberen Stock des Gasthauses mit seiner kleinen Bühne ein beliebter Treffpunkt. Wenn der offizielle Teil der Versammlungen beendet war, traf man sich unten in der Wirtschaft.

Untere Mühle und Linde

Am 1. Februar 1796 erwarb der Untere Müller Andreas Schmidt die Wirtschaftsgerechtigkeit auf seine Mühle Die Mühlenwirtschaft bestand noch 1835, wurde aber noch im 19. Jahrhundert aufgegeben. Ann der Straße nach Schuttern gab es im 19. Jahrhundert einige Jahre lang die „Linde“. Der Wirtschaftsbetrieb wurde 1878 eingestellt.

Krone (Pflug)

Gasthaus Krone
Gasthaus Krone
Quelle: Alfred Arbandt

Das Gasthaus Zum Pflug gab es schon im 17. Jahrhundert. Der erste gesicherte Nachweis eines Pflugwirts stammt aus dem Jahr 1717. Der „Pflug“ kam 1819 im Stubenwirtshaus – dem „Löwen“ – unter den Hammer, wurde zunächst verpachtet und später abgerissen, dann neu errichtet und in „Krone“ umbenannt. Ersteigerer und Umbenenner war Bürgermeister Karl Ludwig Rubin. Das 26 Meter lange Gebäude beherbergte ab 1875 die Brauerei Zur Krone, die am Schutterlindenberg über einen heute noch existierenden Bierkeller verfügte, in dem man früher das Eis lagerte, das man im Winter in der Hanfröze gewonnen hatte. Bis 1929 war in der „Krone“ auch eine Metzgerei eingerichtet. 1959 verkaufte die Gemeinde den gesamten Gebäudekomplex an die Mühle Rubin. 1975 musste das ortsbildprägende Gebäude der Firmenerweiterung der Rubinmühle weichen.

Sonne

Gasthaus Sonne
Gasthaus Sonne
Quelle: Sammlung Hugsweier / Dr. Walter Caroli

Das Gasthaus Zur Sonne entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In den 1950er-Jahren wurden im „Saalgebäude“ Zigarren hergestellt. Auch beherbergte der Gebäudekomplex einmal eine Bäckerei. Der Saal wurde, ähnlich wie der Löwensaal, für vielfältige Veranstaltungen – Tanz, Theaterabende, Jahresfeiern, Filmvor-führungen – genutzt. 1967 erwarben Sieglinde und Georg Bähr aus Friesenheim die Gaststätte von Margrit und Willi Wöhrlin. Die von ihnen eingebaute zweibahnige Bundeskegelbahn erfreute sich großer Beliebtheit. Letzter Öffnungstag war der 30. August 2002.